Neue Hühner

Wieder konnten wir 12 Hennen an einer Übergabestelle gut verpackt in einer gepolsterten und mit Luftlöchern versehenen Kartonschachtel abholen. Sie kommen von einem Bauern, der seine Hühner nach einem Jahr der Ausnutzung durch jüngere, leistungsvollere Hennen auswechselt. In der Schweiz werden jährlich zwei Millionen Hennen „nicht mehr gebraucht“ und durch die nächsten Saisonarbeiterinnen ausgetauscht. Normalerweise werden die Hennen dann im Alter von erst einem Jahr einfach vergast und entsorgt. Sie wurden als Legehenne gezüchtet und setzen zu wenig Fleisch an, um noch auf dem Teller zu landen. Dafür gibt es die speziell gezüchteten Fleisch-Rassen.

Mittlerweile verschenken mehrere Bauern ihre Hühner nach einem Jahr der Ausnutzung, was für sie günstiger ist als die „Entsorgung“ zu bezahlen. Wir nehmen wenn immer möglich wieder gruppenweise solcher Hennen bei uns auf. Dies machen auch andere Lebenshöfe und Private – zum Glück!

Habt ihr gewusst das die Eltern von diesen Hochleistungsarbeiterinnen nur so viele Eier im Jahr legen, weil sie speziell dafür gezüchtet wurden? Alle Mamas und Papas dieser „Hybridhühner“ stammen aus einem von vier „Produktionsstätten“ in Deutschland, Holland, Frankreich und Ungarn wo die Mamas in engen Käfigen auf Gitterböden sitzen und täglich künstlich befruchtet werden. Je nach Land, wo die jungen Arbeitshennen hin geliefert werden – ob Europa oder Asien – sind andere Kriterien (Eiergrösse, Farbe, Beinlänge, Grösse etc,) gefragt. Da es Inzuchten sind wird die Leistung gesteigert – aber: Man kann die Tiere nicht weiter züchten mit der selben Legeleistung: Die Bauern werden also total abhängig gemacht von diesen grossen vier Inzuchtzüchtern.
Die Eier werden dann in spezielle Brutbetriebe gebracht und dort künstlich ausgebrütet. Nach dem Schlupf werden die männlichen Eintagsküken (die Hälfte aller Küken) direkt vergast oder geschreddert und enden als Schlangen-/Reptilienfutter oder – da es einfach zu viele gibt – ganz einfach entsorgt. Die weiblichen Küken kommen dann in mehrere Aufzuchtbetriebe – meist im Land der Endnutzung. Nach 17 Wochen kommen sie zum Bauern, der die Eier verkaufen will. Die Hennen legen jeden Tag ein Ei bis zu ihrer Mauser (Federwechsel) im Herbst. Die Mauser braucht so viel Energie, dass die Eier weniger mit Nährstoffen versorgt werden, die Eierschale brüchig wird und die Hühner nicht mehr jeden Tag legen. Da die Mauser drei Wochen andauert ist das Huhn dann nicht mehr rentabel und es wird vor der Mauser durch neue Saisonarbeiterinnen ersetzt.

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